Den ver­trau­li­chen Fuß im Umgang ableh­nen

Weder sich noch Andern darf man ihn erlau­ben. Wer sich auf einen ver­trau­li­chen Fuß setzt, ver­liert sogleich die Über­le­gen­heit, wel­che sei­ne Unta­del­haf­tig­keit ihm gab, und in Fol­ge davon auch die Hoch­ach­tung. Die Gestir­ne, weil sie mit uns sich nicht gemein machen, erhal­ten sich in ihrem Glanz. Das Gött­li­che gebie­tet Ehr­furcht. Jede Leut­se­lig­keit bahnt den Weg zur Gering­schät­zung. Es ist mit den mensch­li­chen Din­gen so, daß, je mehr man sie besitzt und hält, desto weni­ger hält man von ihnen; denn die offe­ne Mit­tei­lung legt die Unvoll­kom­men­heit offen dar, wel­che die Behut­sam­keit bedeck­te. Mit Nie­man­dem ist es räth­li­ch sich auf einen ver­trau­ten Fuß zu set­zen, nicht mit Höhe­ren, weil es gefähr­li­ch, nicht mit Gerin­ge­ren, weil es unschick­li­ch ist, am wenig­sten aber mit gemei­nen Leu­ten, weil sie aus Dumm­heit ver­we­gen sind, und die Gun­st, wel­che man ihnen erzeigt, ver­ken­nend für Schul­dig­keit hal­ten. Die gro­ße Leut­se­lig­keit ist der Gemein­heit ver­wandt. — Gra­cián 177

Nie von sich und Anwe­sen­den spre­chen

Ent­we­der man lobt sich, wel­ches Eitel­keit, oder man tadelt sich, wel­ches Klein­heit ist; und wie es im Spre­cher Unklug­heit ver­rät, so ist es für den Hörer eine Pein. Wenn nun die­ses schon im gewöhn­li­chen Umgang zu ver­mei­den ist, wie viel mehr auf einem hohen Posten, wo man zur Ver­samm­lung redet, und wo der leich­te­ste Schein von Unver­stand schon für die­sen selbst gilt. Der glei­che Ver­stoß gegen die Klug­heit liegt im Reden von Anwe­sen­den, wegen der Gefahr auf eine von zwei Klip­pen zu sto­ßen: Schmei­che­lei oder Tadel. — Gra­cián 117

Selbst­be­stim­mung ist nur ein Schlag­wort, wenn die Zukunft kei­ne Hoff­nung bie­tet

John F. Ken­ne­dy sag­te ein­mal: „Selbst­be­stim­mung ist nur ein Schlag­wort, wenn die Zukunft kei­ne Hoff­nung bie­tet.“ – So ist die Frei­heit an sich zwar edel, schön und gut, aber ohne eine ihr vor­ge­ge­be­ne Richt­schnur, artet die Frei­heit des einen schnell zur Drang­sal des andern aus, wie es auch nach­ste­hen­des Zitat ver­an­schau­licht: „Ein Groß­teil des Leids auf der Welt ist eine direk­te Fol­ge des Miss­brauchs des frei­en Wil­lens.“ — Wel­sch 2013