Die Alten haben den Jun­gen zu die­nen

In einer star­ken Gesell­schaft die­nen die Alten den Jun­gen. In einer schwa­chen Gesell­schaft die­nen die Jun­gen den Alten. — Eine star­ke Gesell­schaft wird die Exi­stenz eines Alten nicht tole­rie­ren, wenn er nicht bereit ist, sich rest­los dem Wohl der Jun­gen unter­zu­ord­nen. Ord­net er sich dem Wohl der Jun­gen nicht rest­los unter, dann ist er Para­sit. Para­si­ten wer­den in der star­ken Gesell­schaft unver­züg­li­ch aus­ge­merzt. Ein Alter, der sein Wohl über das der Jun­gen stellt, wird in einer star­ken Gesell­schaft mit äußer­ster Bru­ta­li­tät erschla­gen.

Das Wesen erken­nen ohne zum Wesen zu wer­den

Das Wesen zu erken­nen, ist der erste Schritt. Man forscht wei­ter, und ver­fe­stigt so eine Ansicht. Nun hat man das Wesen gut erforscht, man glaubt an die Not­wen­dig­kei­ten, und man kennt die Wahr­schein­lich­kei­ten. Trotz aller Kennt­nis und trotz aller Wahr­schein­lich­keit, muss das Unwahr­schein­li­che, das viel­leicht leicht Lächer­li­che, ange­grif­fen wer­den, wenn das Ver­ständ­nis dazu rät.

Da schreibt einer: „Baye­ri­sch hei­zen,“ und meint: Wäl­der ver­hei­zen

Wer glaubt, Wald­ver­hei­ze­rei sei die Zukunft, der ist nicht baye­ri­sch, der is a Depp. Kein ande­rer Brenn­stoff ver­brennt zwangs­läu­fig so unvoll­stän­dig wie Bäu­me. Ein Angriff also nicht nur auf den Wald, son­dern dop­pelt auf die Lun­ge, denn ein­mal kann ein ver­brann­ter Baum kei­nen Sau­er­stoff mehr pro­du­zie­ren und auch kei­ne Luft mehr fil­tern, und auf­grund der schlech­ten Ver­bren­nung erzeugt der bren­nen­de Baum eine gera­de­zu aber­wit­zi­ge Luft­ver­schmut­zung. Auch der Glau­ben, der Baum wach­se ja nach, ist rein­ster Schwach­sinn, da erstens der Baum schnel­ler ver­brennt als er wäch­st, und zwei­tens: Der Baum besteht nicht nur aus Son­nen­licht und Was­ser. Jeder dem Wald ent­zo­ge­ner Baum ist gleich­zei­tig ein Ent­zug an Nähr­stof­fen, die im Wald­bo­den nicht so mir nichts dir nichts ent­ste­hen. Man müss­te zum Aus­gleich aus­gie­big, d.h. teu­er, den Wald­bo­den dün­gen. Und selbst dann könn­te man nicht den Ver­brauch durch Nach­wach­sen decken. Auf­grund der Über­völ­ke­rung müs­sen ohne­hin mehr und mehr Wald­flä­chen ver­schwin­den. Natür­li­ch ent­stan­de­nes Erd­öl und –gas neh­men nicht mehr an der Bio­sphä­re teil, sie zu ver­bren­nen bela­stet daher sel­bi­ge weit weni­ger als Wäl­der zu ver­hei­zen. Als Geo­lo­ge kann ich auch ver­si­chern, dass der Kli­ma­wan­del nichts ist, das man zwangs­läu­fig mit dem Men­schen in Ver­bin­dung set­zen müss­te. Wir kom­men aus einer Eis­zeit, und da ist ist ganz nor­mal, dass Jahr für Jahr die Durch­schnitts­tem­pe­ra­tu­ren stei­gen.

Den ver­trau­li­chen Fuß im Umgang ableh­nen

Weder sich noch Andern darf man ihn erlau­ben. Wer sich auf einen ver­trau­li­chen Fuß setzt, ver­liert sogleich die Über­le­gen­heit, wel­che sei­ne Unta­del­haf­tig­keit ihm gab, und in Fol­ge davon auch die Hoch­ach­tung. Die Gestir­ne, weil sie mit uns sich nicht gemein machen, erhal­ten sich in ihrem Glanz. Das Gött­li­che gebie­tet Ehr­furcht. Jede Leut­se­lig­keit bahnt den Weg zur Gering­schät­zung. Es ist mit den mensch­li­chen Din­gen so, daß, je mehr man sie besitzt und hält, desto weni­ger hält man von ihnen; denn die offe­ne Mit­tei­lung legt die Unvoll­kom­men­heit offen dar, wel­che die Behut­sam­keit bedeck­te. Mit Nie­man­dem ist es räth­li­ch sich auf einen ver­trau­ten Fuß zu set­zen, nicht mit Höhe­ren, weil es gefähr­li­ch, nicht mit Gerin­ge­ren, weil es unschick­li­ch ist, am wenig­sten aber mit gemei­nen Leu­ten, weil sie aus Dumm­heit ver­we­gen sind, und die Gun­st, wel­che man ihnen erzeigt, ver­ken­nend für Schul­dig­keit hal­ten. Die gro­ße Leut­se­lig­keit ist der Gemein­heit ver­wandt. — Gra­cián 177

Nie von sich und Anwe­sen­den spre­chen

Ent­we­der man lobt sich, wel­ches Eitel­keit, oder man tadelt sich, wel­ches Klein­heit ist; und wie es im Spre­cher Unklug­heit ver­rät, so ist es für den Hörer eine Pein. Wenn nun die­ses schon im gewöhn­li­chen Umgang zu ver­mei­den ist, wie viel mehr auf einem hohen Posten, wo man zur Ver­samm­lung redet, und wo der leich­te­ste Schein von Unver­stand schon für die­sen selbst gilt. Der glei­che Ver­stoß gegen die Klug­heit liegt im Reden von Anwe­sen­den, wegen der Gefahr auf eine von zwei Klip­pen zu sto­ßen: Schmei­che­lei oder Tadel. — Gra­cián 117